Die Geschichte des Weissen Schweizer Schäferhundes

Im Grunde genommen ist der Weisse Schweizer Schäferhund genetisch nichts anderes als ein Farbschlag des Deutschen Schäferhundes! Niemals kam Fremdblut von irgendeiner anderen Rasse dazu, die Ahnentafeln lassen sich lückenlos zurückverfolgen bis zum Hund 1 des Zuchtbuchs der Deutschen Schäferhundzucht.

Schon seit Beginn der Reinzucht des Deutschen Schäferhundes (DSH) zu Beginn von 1900 fielen immer wieder weisse Welpen - immerhin war sogar der Großvater des ersten im Zuchtbuch eingetragenen DSH ein weisser Rüde!

Da man aber die DSHs hauptsächlich zu Diensthundzwecken züchtete, ist es naheliegend, dass da weisse Hunde wegen ihrer - vor allem nachts - auffallenden Farbe nicht erwünscht waren.

Man begann die weissen Hunde nicht zu registrieren und von der Zucht auszuschließen um ganz schnell eine farbige Reinzucht zu erhalten.

Bald sah man in Deutschland keine weissen Welpen mehr.

In den USA und Kanada lief jedoch die Zucht des DSH etwas anders ab: Farbige und Weisse gingen gleichermaßen in die Zucht, wobei auch dort die Weissen nicht im DSH-Zuchtbuch registriert wurden, sondern einfach als "White German Shepherds" geführt wurden.

Es fanden sich Liebhaberkreise, die eine gezielte Zucht nur mit weissen DSHs begannen, der Name "American-Canadian White Shepherd" (AC-Weisser Schäferhund) war geboren.

Man legte in dieser Zucht jedoch nicht so viel Wert auf Gebrauchshundeeigenschaften, wie z.B. Kampftrieb, Mut, Stärke oder Schussgleichgültigkeit, sondern züchtete die Weissen vornehmlich als Familienhunde.

Das hatte zur Folge, dass zum Teil auch Hunde in die Zucht gingen, die die Kriterien zum Diensthund eher nicht erfüllten, was wiederum dazu führte, dass der Weisse insgesamt gesehen eher etwas ruhiger und sensibler ist als der Deutsche Schäferhund.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Erst in den 80er-Jahren kamen wieder Weisse Schäfer nach Europa: Zunächst in die Schweiz, dann auch nach Deutschland und schließlich fand sich auch hier ein Liebhaberkreis, der diese Zucht weiterführen wollte.

Es wurden Zuchtvereine gegründet, die nach strengen Kriterien züchteten und man war stets um eine nationale und internationale Anerkennung beim VDH und der FCI bemüht, sowie einer Einigung mit dem SV (Verein für Deutsche Schäferhunde).

Der SV wollte immer eine deutlich Abgrenzung der Weissen, dieser Farbschlag hatte keine Chance in den Standard aufgenommen zu werden!

Im Jahr 2003 gelang es schließlich der Schweiz als erstem Land die Weissen als offizielle Rasse von der FCI anerkennen zu lassen.

Deshalb gilt die Schweiz nun auch als Ursprungsland der Weissen und der Weisse Schäferhund erhielt die Bezeichnung "Weisser Schweizer Schäferhund" (WSS) oder international "Berger Blanc Suisse" (BBS).

Er ist als eigenständige Rasse seitdem auf sämtlichen FCI-Ausstellungen zu finden, trotzdem ist und bleibt er abstammungsmäßig nichts anderes als ein Deutscher Schäferhund im weissen Rock!

 

Die immer noch teilweise kursierenden Vorurteile über diese Rasse ( Albino?, empfindlich?, krankheitsanfällig?, Abfallprodukt des DSH? ) teils aus Unwissenheit entstanden, aber auch aus Intoleranz geschürt, gilt es aufzuklären und ein für allemal zu eliminieren!

Der Weisse ist ein wundervoller Familienhund und hat sehr gute Anlagen für den Hundesport oder für die Ausbildung zum Blindenführhund oder Rettungshund.

Er ist sehr intelligent und möchte unbedingt auch geistig beschäftigt werden!

 

@crowley07